Aktionsbndnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung
 
Presse
12.11.10 16:00 Alter: 9 yrs

Pressemittelung vom Aktionsbündnis: Ramsauers schamlose Schönrechnerei

Kategorie: Presse

Von: h. kerlen

Aktionsbündnis verurteilt frisierte wirtschaftliche Bewertung der festen Fehmarnbeltquerung

Das vom Bundesverkehrsministern gestern aktualisiert vorgelegte Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) von 6,7 zu 1 für die feste Fehmarnbeltquerung ist nach Ansicht des Aktionsbündnisses gegen eine feste Fehmarnbeltquerung e.V. ein Paradebeispiel staatlicher Zahlentrickserei zur Volksverdummung. Der Bundesverkehrsminister versuche ohne Scham ein Vorhaben schönzurechnen, dessen NKV bei etwas genauerer Prüfung verheerend schlecht sei. "Genau genommen ist die nur noch als Gefälligkeitsgutachten zu bezeichnende Projektanalyse entweder schlampig gemacht oder im Auftrag des Verkehrsministeriums zur vorsätzliche Täuschung des Bundes-Verkehrsausschusses erstellt worden", so Hendrick Kerlen, Stellvertretender Sprecher des Aktionsbündnisses. Methodisch fehle ein Abgleich mit der echten "Null-Lösung", d.h. der bestehenden Bahnverbindung von Hamburg über Flensburg nach Ostdänemark und Schweden.

Zudem gingen die Gutachter nach wie vor von nur lediglich 817 Mio. Euro Investitionskosten aus, die sich nur auf den Ausbau der Bestandstrasse bezögen. Die Baukosten für die feste Querung (5,1 Mrd. Euro) sowie für die dänische Bahnanbindung (1,2 Mrd. Euro) läßt man bei der Bewertung stillschweigend unter den Tisch fallen, rechne dann aber mit dem gesamten Nutzen der Bahnverbindung bis nach Kopenhagen. Die Kosten für die volle Ertüchtigung der Bestandstrasse Lübeck-Puttgarden werden bereits vom Bundesrechnungshof zu 1,7 Mrd. geschätzt. Für den Bau der von der Bevölkerung vehement geforderten neuen Bahntrasse gehen Fachleute von Kosten in Höhe von 2,5 Mrd. Euro aus. Bei vollständiger Berücksichtigung aller Kosten kommt man schnell auf NKV-Werte, die im Bereich von 2 und sogar weniger als Eins liegen. Ein NKV von 2 liegt schon am unteren Ende der auf Durchführung hoffenden Verkehrsprojekte. Dabei haben die Gutachter noch nicht mal die erheblichen sozialen Kosten in der Region Ostholstein berücksichtigt, die durch den Verlust von mehr als 2.000 Arbeitsplätzen im Tourismus und Handel, sowie durch Immobilienwertverluste sowie Gesundheitsschäden entstehen. Auch die Kosten der vom Rechnungsprüfungsausschuss des Bundestags geforderten Beseitigung des Engpasses bei der Fehmarnsundquerung sind in dem Gutachten unberücksichtigt geblieben. Wenn Minister Ramsauer wage, eine derartige Verzerrung der Projekt-Wirtschaftlichkeit zu präsentierten, um staatlichen Planungsirrsinn zu kaschieren, darf er sich nicht über das Aufbegehren des Bürgers auf der Strasse wundern", so Bau- und Wirtschaftsingenieur Kerlen.

Das Aktionsbündnis verurteilt den obrigkeitlichen Verdummungsversuch gegenüber dem Verkehrsausschuss und der Öffentlichkeit und fordert den Bundesverkehrsminister erneut nachdrücklich dazu auf, endlich eine ehrliche, gründliche und ergebnisoffene Neubewertung des Projekts zu veranlassen. Wie beim Stuttgarter Faktencheck werde sich die Allianz der Bürgerinitiativen für die von der Kanzlerin beim Thema Fehmarnbelt geforderten Mediation einsetzen."Spätestens dort werden wir diese völlig lächerlichen Versuche der Bundesregierung enttarnen, das für Deutschland vollkommen überflüssige Projekt so plump rechtfertigen zu wollen", so Kerlen.

 

Kontakt

Hendrick Kerlen

Aktionsbuendnis gegen eine

feste Fehmarnbeltquerung e.V.

Tel. 04372-1255